“italiener schwabing”, “merkel alter”, so und ähnlich sahen in den letzten 20 Jahren Suchen bei Google aus. Bei seiner Entwicklerkonferenz machte Google nun deutlich: Die Suchleiste soll künftig viel, viel mehr können – wenn nicht sogar alles.
Entwicklerkonferenzen von Google, Apples oder Meta sind oftmals mehr etwas für Tech-Genießer als für Otto-Normal-Verbraucher. Was Google nun bei seiner I/O-Konferenz so alles ankündigte, dürften viele normale Menschen jedoch schon bald sehr deutlich in ihrem Alltag spüren: das Ende der klassischen Google-Suche.
Neue Suchleiste
Künftig werden Fragen und Antworten innerhalb der Google-Suche ganz offenbar noch mehr im Zentrum stehen: Statt klassischer Suchbegriffe und abgehacktem Google-Such-Sprech sollen die User – wie man es von Künstlichen Intelligenzen (KIs) wie ChatGPT oder Googles Gemini kennt – Fragen noch stärker ausformulieren. Dafür ändert Google sogar die Dimensionen seiner Suchleiste. Erstmals seit 2001, wie die “New York Times” anmerkt.
Konkret wird die Suchleiste künftig mit dem Text mitwachsen. Bisher war die Leiste fix, der Anfang einer längeren Suchanfrage am Ende nicht mehr sichtbar. Mit der neuen Zeile wird auch das Schreiben von mehrschichtigen, langen Fragen an Google einfacher. Und damit nicht genug: Google ermöglicht auch, Bilder, Videos oder Dateien in die Suche einzubinden. Ein Beispiel, das Google selbst in einem Erklärvideo zeigt: Jemand lädt ein Bild eines gelben Kleides und ein Bild eines roten Stückchen Stoffs hoch und schreibt dazu: “Hilf mir ein ähnliches Kleid zu finden, aber in der anderen Farbe und für unter 150 Dollar.”
Neue Suchergebnisse
Zudem kommen auch die Ergebnisse in neuem Gewand daher. Schon seit einiger Zeit müssen (oder sollen) User bei einigen Suchen ja nicht mehr auf weiterführende Links klicken, sondern erhalten einen KI-Überblick, der vor allem unkomplexe Anfragen wie “Wie viele ml sind ein cup” oder “symptome hantavirus” direkt auf der Ergebnis-Seite beantwortet.
Das wird nun ausgebaut. Statt nur mit Links und Text-Überblicken wird Google künftig auch mit Grafiken, Bildern, ganze Tages- oder Wochenpläne für den User visualisieren. Auch Nachfragen zu den Ergebnissen soll man direkt auf der Suchergebnis-Seite stellen können.
Darüber hinaus erlaubt Google es mit sogenannten KI-Agenten direkt aus der Suche heraus, Aufgaben an die Suchmaschine zu verteilen, wie “Benachrichtige mich, wenn meine Lieblingsband auf Tour geht”. Shopping soll zudem teils direkt in Google möglich sein, ohne eine Händler-Website zu nutzen. Eine neues Video-Tool und eine intelligente Brille von Google soll es auch geben.
Omnipotente Suche?
“Google setzt alles darauf, dass sie Leute in der Google-Suche halten kann, indem sie sie in jeden Aspekt des Lebens integriert”, schreibt “Wired”. Jay Peters von “The Verge” formuliert es so: “Die Zukunft von Google ist eine Suchleiste, die alles macht.” Der User tippt ein, was er wissen, kaufen, sehen, hören, spielen will, und Google organisiert es für ihn in personalisierter Form, ohne ihn je auf weitere Websites zu leiten. Mit Folgen für Unternehmen, Händler, Medien, Verbände und viele andere, die über Google bisher Menschen auf ihre Websites befördert haben.
Google wird der neue KI-Platzhirsch?
Finanz-Analyst Richard Kramer konstatiert in der “New York Times”: “Mit Hilfe von KI reduziert Google alle auf die Rolle von Rohdaten-Lieferanten.” Der “Verge”-Autor Peters fragt hierzu, woher Google seine Informationen bekommen soll, wenn es keine Besucher (und damit Einnahmen) mehr zu anderen schickt – und antwortet sich selbst: “Google scheint das nicht zu interessieren.”
Tatsächlich verdient Google auch dank KI immer mehr Werbegeld und hat nach anfänglichen Problemen bei KI-Diensten in Sachen Nutzern zum KI-Platzhirsch OpenAI aufgeschlossen. Oder wie “Times”-Journalist Brian X. Chen aktuell formuliert: Google ist dabei, das KI-Wettrennen zu gewinnen.
Richtig scheiße. Seit einigen Jahren findet man schon nichts mehr und bald findet man dann mit Ansage nichts mehr. Ich will keinen schwammigen KI Slop, sondern Antworten auf gezielte Suchen. Tja.
Ich Frage mich nur immer, ob Google daran schuld ist, dass man nichts mehr findet. Das Internet wird ja auch immer mehr mit slop und inhaltslosen SEO Artikeln vollgemüllt
Hm, das wird - wie im Text schon bemerkt - weitreichende Folgen haben für Unternehmen, die über Google etc. gefunden werden und auf der Plattform werben. Wenn ich das, was ich wissen möchte, sofort lesen kann, dann fällt der Traffic für die Seite, die den Artikel evtl. ursprünglich verfasst hat, ja komplett weg.
Ich halte sowas schon für sehr grenzwertig, was die Ausnutzung von Monopol-Stellung betrifft…
Jetzt wird es echt Zeit für eine europäische Alternative zu Google!
Qwant
Es gibt doch, zumindest was Suchmaschinen angeht, europäische Alternativen. Zugegeben, viele verwenden entweder die Ergebnisse von Bing oder Google, aber es wird auch zunehmen an eigenen Indizes gearbeitet.
Ich kann mir vorstellen, dass dort dann entsprechende Klagen gegen Google angestrebt werden, wenn Artikel direkt in der Suchmaschine zu sehen sind.
Echter eigener Suchindex: https://www.mojeek.com/
enteentelos regelt
Wird der bisherige “Google-Such-Sprech” also mehr oder weniger abgeschaltet bzw. zu schlechteren Ergebnissen führen? Das wäre in der Tat schlimm, aber die Zusammenfassung liest sich als ob die Suchleiste mehr und mehr erweitert wird.
“Google setzt alles darauf, dass sie Leute in der Google-Suche halten kann, indem sie sie in jeden Aspekt des Lebens integriert”, schreibt “Wired”. Jay Peters von “The Verge” formuliert es so: “Die Zukunft von Google ist eine Suchleiste, die alles macht.”
Das ist auf jeden Fall wahr und läuft auch schon ziemlich lange so.
Ich galube die meisten Menschen heutzutage kennen den Unterschied zwischen einer URL-Leiste und einer Suchleiste nicht mehr.
Viele verstehen das Konzept (lokales, maschinenspezifisches) Betriebssystem auch nicht mehr - sie leben 100% im Googleverse. Das sind die Eckdaten ihrer Geräte.Das ist auf jeden Fall wahr und läuft auch schon ziemlich lange so. Ich galube die meisten Menschen heutzutage kennen den Unterschied zwischen einer URL-Leiste und einer Suchleiste nicht mehr. Viele verstehen das Konzept (lokales, maschinenspezifisches) Betriebssystem auch nicht mehr - sie leben 100% im Googleverse. Das sind die Eckdaten ihrer Geräte.
Das ist ja auch ein Ergebnis jahrelanger Arbeit von Google und Co. Früher gab es eine eigene Suchleiste und eine eigene Adressleiste. Und es wurden die Adressen auch vollständig angezeigt. Heute gibt es nur noch eine Leiste, in die man alles reintackern soll. Völlig egal, ob Adresse oder Suche. Und gerade Chrome ist extrem darauf ausgerichtet, alles über die eigene Suche zu schicken. Die mobilen Geräte sind noch schlimmer. Publikumsbeschimpfung hilft auch nicht weiter. Im Endeffekt sehen wir hier eine gezielte Aktivität milliardenschwerer Konzerne zur eigenen Bereicherung, indem sie User absichtlich und mit allen Tricks so erziehen, dass sie das mit den URLs nicht mehr raffen
Ja genau so.
Bin froh dass mein Feuerfuchs das noch komplett darstellt.




