Streng genommen wurde bereits extrem viel Arbeit von Maschinen übernommen, die Landwirtschaft hat mal die große Mehrheit aller Arbeitskräfte gebraucht … verglichen mit vorindustriellen Gesellschaften ist unsere gesellschaftliche Arbeitsbelastung bereits jetzt weitgehend künstlich und unnötig, quasi eine gesamtgesellschaftliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (mal von einigen Bereichen wie Medizin, Forschung oder Feuerwehr abgesehen).
Denke ich mir auch immer wieder. Man braucht einen grundlegenden Systemwechsel. Ist doch absurd, dass in unserer Gesellschaft der eigentlich positive Wegfall von Arbeit immer wieder zum Problem wird.
Um so frustrierender das meine selbst ausgesuchte(n) Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nicht so gerne von der Gesellschaft vergütet werden…
wenn
die Arbeit von Maschinen übernommen wird.↓
wenn Kapitaleigentümer Automatisierungstechniken forcieren, selbst wenn der produzierte Wohlstand darunter leidet, damit sie ihn noch mehr auf sich konzentrieren können.
Wenn die Mehrheit nicht in der Lage ist, die Gesetzte so zu ändern, dass sie Kapital aufbauen kann, um so selber über die Produktionsprozesse zu bestimmen, dann ist das Problem eher bei der Mehrheit.
(Nitpick: Kapital ist der falsche Begriff für erfolgreich vergesellschaftete Systeme der Daseinsvorsorge. Öffentliche Güter eher.)
Öffentliche Güter unterliegen der Kontrolle der Politiker und sind damit immer durch die Elite gefährdet. Ich denke es ist besser, die Systeme gemeinschaftlich privatrechtlich zu besitzen.
Wirkt auf mich, als machst du eine künstliche Trennung zwischen “öffentlichen” (ich nehme an du meinst “staatlichen”) und “gemeinschaftlichen” Systemen, von denen nur eine Sorte “Politiker” hat und daher grundsätzlich den Eliten dient.
Ist dieses Bias gegenüber größeren Organisationen velleicht eine Ursache-Wirkungs-Umkehr? Klar gibt es mehr Beispiele für kleinere Organisationen, die nicht korrupt sind. Aber die Eliten wären auch nicht die Eliten, wenn sie sich nicht die größten Organisationen zunutze gemacht hätten.
Klar hat man bei großen Organisationen andere Probleme der Transparenz und Rechenschaft, die man bei kleinen nicht hat. Und man sollte auch keine blauäugigen Erwartungen von den politischen Titanen haben. Aber trotzdem…
Trotzdem halte ich so eine resignierte Haltung für fatal. Es braucht große Organisationen, um der wirtschaftlichen Macht der Eliten was entgegen zu setzen. Wenn man sich keine Organisationen von nationaler oder übernationaler Größe, die im allgemeinen Interesse handeln, mehr vorstellen wagt, legt man seine revolutionäre Phantasie in Ketten.
Mal ein Beispiel: wie wären denn die frei zugänglichen Wanderwege in den Alpen (absolut ein öffentliches Gut würd ich sagen) je mit gemeinschaftlich privatwirtschaftlichen Wegen zustande gekommen?
Prost Mahlzeit, das nenn’ ich mal asozial
Was ist daran asozial?
Du kannst eigentlich bei jedem Lösungsvorschlag, der nicht flächendeckend skaliert, davon ausgehen, dass er asozial ist in dem Sinne, dass Menschen außen vor bleiben.
Eine der früheren Erkenntnisstufen im Leben umfasst die Einsicht, dass ein prosperierendes Sozialwesen ein paar eigens dafür abgestellte Koordinatoren braucht - da hast du deine Politiker.
Sheesh, Täter-Opfer-Umkehr im Klassenkampf.
Opfer-Ohnmacht hilft nicht. Es gibt keine Aliens die uns retten. Die Elite wird ihre Macht auch nicht freiwillig abgeben. Die einzigen die was ändern können sind wir selber.


