Von meiner Therapeut*in habe ich vor ca einem Jahr mal das Konzept “Selbstmitgefühl” kennengelernt und finde es sehr toll.
Möchte das hiermit weiterempfehlen.
Was ist Selbstmitgefühl?
Unsere Gesellschaft ist darauf aufgebaut, dass wir uns vergleichen. Wir wissen, dass das Vergleichen giftig ist, aber es abzulegen fällt schwer. Ich habe das Gefühl, das ist auch deshalb so schwer, weil uns eine Technik fehlt, die bei der Selbstakzeptanz unterstützt.
Diese Technik ist das Selbstmitgefühl. Man stelle sich vor, einer anderen, lieben Person geht es schlecht. Wir würden vermutlich sehr liebevoll uns um die Person kümmern und durch diese Krise hindurch unterstützen.
Wenn wir aber selbst diese Person sind, die das Mitgefühl benötigt, dann geben wir uns selbst dieses Mitgefühl nicht.
Buchempfehlung
Das Buch das meine Therapeutin mir damals empfohlen hat, das ich größtenteils auch toll finde:
https://www.buch7.de/produkt/selbstmitgefuehl-kristin-neff/1019726186?ean=9783424630558
Bei Annas Archiv: https://annas-archive.gl/search?q=Selbstmitgefühl


Mal kurz gefragt:
Gibt es irgendwas bei dem Buch, bzw. Bei dem Konzept wo bei dir der groschen gefallen ist?
Ich sehe meine Schwächen als makel an. Bei anderen leuten bin ich da sehr sehr nachsichtiger, bzw. Verständnisvoller.
Ja, nämlich dass es absolut ineffizient ist. Da gibt es im Buch einige Beispiele dafür.
tldr: Auf Schwächen zu fokussieren ist halt nicht motivierend. Sich auf die Schwächen zu konzentrieren ist bisschen realitätsverweigerung weil man sich sehr emotional reinsteigert und sich wünscht dass es anders wäre. Es ist viel motivierender das positive zu sehen und die Schwächen liebevoll zu akzeptieren und stückchenweise abzuarbeiten.
Verantwortung übernehmen heißt an den Schwächen zu arbeiten. Krass formuliert: Sich in Selbstmitleid & Selbsthass zu suhlen macht die schwächen nicht weg, es verfestigt sie.
Und eventuell sind die Schwächen gar nicht mehr so schlimm, wenn man einen Perspektivwechsel hinbekommt. Allein schon, weil es z.B. strukturelle Gründe geben kann, weil viele Menschen ähnliche Schwächen haben, weil man nicht alleine damit ist.
Aber die Gesellschaft redet dir ein, dass du nur hart genug arbeiten musst, dass du individuell verantwortlich bist für deine Schwächen.