Von meiner Therapeut*in habe ich vor ca einem Jahr mal das Konzept “Selbstmitgefühl” kennengelernt und finde es sehr toll.

Möchte das hiermit weiterempfehlen.

Was ist Selbstmitgefühl?

Unsere Gesellschaft ist darauf aufgebaut, dass wir uns vergleichen. Wir wissen, dass das Vergleichen giftig ist, aber es abzulegen fällt schwer. Ich habe das Gefühl, das ist auch deshalb so schwer, weil uns eine Technik fehlt, die bei der Selbstakzeptanz unterstützt.

Diese Technik ist das Selbstmitgefühl. Man stelle sich vor, einer anderen, lieben Person geht es schlecht. Wir würden vermutlich sehr liebevoll uns um die Person kümmern und durch diese Krise hindurch unterstützen.

Wenn wir aber selbst diese Person sind, die das Mitgefühl benötigt, dann geben wir uns selbst dieses Mitgefühl nicht.

Buchempfehlung

Das Buch das meine Therapeutin mir damals empfohlen hat, das ich größtenteils auch toll finde:

https://www.buch7.de/produkt/selbstmitgefuehl-kristin-neff/1019726186?ean=9783424630558

Bei Annas Archiv: https://annas-archive.gl/search?q=Selbstmitgefühl

  • ComfortableRaspberry@feddit.org
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    16 hours ago

    Wichtiges Konzept, Umsetzung mitunter schwierig. Bin da mit meiner Therapeutin auch durch diese leichte unangenehm bis seltsame “sei jetzt Mal nett zu deinem inneren Kind” Geschichte durch :D

    Was aber auch ein wichtiger Faktor ist, ist das Grübeln an sich. Wir denken zu viel in Kreisen und das ist nicht nur Verschwendung von Energie, sondern macht uns auch tendenziell unglücklich. Die Vorträge von Eckhart Tolle zu diesem Thema fand ich sowohl interessant als auch hilfreich.

    • Unicycle1940@discuss.tchncs.de
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      15 hours ago

      Grübeln ist bei mir auch ein Thema und ich krieg’s einfach nicht abgestellt, egal was ich versuche. Hast du Empfehlungen für einen bestimmten der Eckhart Tolle Vorträge? Es gibt so viele und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

      • ComfortableRaspberry@feddit.org
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        14 hours ago

        Er hatte einige zum Thema “We are addicted to thinking”. Zum Beispiel dieser hier.
        Neulich hatte ich auch “Awareness alleviates suffering” angehört. Das gibt’s afaik mindestens auf YouTube und Spotify.

        Ergänzende dazu hatte mir meine Therapeutin die Tresor Übung empfohlen: im ersten Schritt überlegt man sich einen sicheren Ort und stellt sich diesen bildlich vor. An diesem Ort stellst du dir dann einen Tresorraum vor. Wir genau das aussieht ist dir frei überlassen.
        Wenn du nun merkst, dass dich ein Thema nicht mehr loslässt, dann stellst du dir vor, wie du an diesen sicheren Ort und in den Tresor gehst. Dort schließt du nun diese Sache ein indem du etwas sinnbildliches dafür in den Tresor packst und diesen dann ordentlich wieder verschließt.

        Wichtig ist dabei aber auch, dass du dann konsequent mit dir bist. Wenn du dich dann wieder beim Gedanken an das Thema ertappst kommt die mentale Sprühflasche zum Einsatz: “das Thema ist weggesperrt und du hast jetzt keinen Zugriff darauf” und dann bewusst nichts oder an etwas anderes denken.

        Auch die 5-4-3-2-1 Übung, die ja vor allem beim Erden während einer Panikattacke helfen kann, kannst du nutzen um so eine Gedankenschleife bewusst zu unterbrechen: welche 5 Dinge hörst du gerade? Welche 4 Dinge siehst du? Welche 3 Dinge kennst du ertasten? Welche 2 Dinge riechst du? Was schmeckst du?

        Das alles fällt mir draußen leichter. Da gibt’s mehr Eindrücke und daher mehr Anker für die Achtsamkeit.

        • Unicycle1940@discuss.tchncs.de
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          12 hours ago

          Danke, auch für die Tresor Übung. Das Lenken der Aufmerksamkeit mit der 5-4-3-2-1 Übung hat bei mir leider nie wirklich funktioniert.

          • ComfortableRaspberry@feddit.org
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            11 hours ago

            Ist auch viel Übung. Haben in der Therapie teils so Audioaufnahmen mit vielen gleichzeitigen Geräuschquellen (Kirchturm, Fahrzeuge, Wasser plätschert, Gespräche, usw) angehört um auch die Konzentration ein bisschen zu trainieren.

            Woran scheiterst du denn? Kannst du dich nicht lange genug konzentrieren oder sind die Gedanken einfach so stark, dass die Eindrücke nicht dagegen ankommen?
            Ich habe anfangs auch viele Gedanken, die ich so hatte, einfach Mal aufgeschrieben. Das hat zumindest bei manchen Sachen geholfen, dass der Kopf dann Ruhe gibt.

  • Aniki@feddit.org
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    18 hours ago

    nur um meinen Senf dazuzugeben um die Diskussion etwas zu beleben:

    ich habe vor jahren schon das thema von den japanern gelernt, man solle sich selbst hin und wieder einfach mal von außen betrachten. zumindest mir hat das total geholfen. Ich bin ja fast zu jedem freundlich, also auch zu mir selbst wenn ich es einfach mal schaffe mich selbst wie eine fremde person zu behandeln.

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
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    1 day ago

    Sprich müllige Maimaisprache du Therapeutenhuhn

    Nein, ernsthaft, schöne Abwechslung dieser Pfosten und inhaltlich tatsächlich wertvoll. Wir sollten alle ein wenig nachsichtiger mit uns selbst sein, sehe ich auch so.

    • juergen@feddit.orgOP
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      1 day ago

      Sprich müllige Maimaisprache du Therapeutenhuhn

      Gucke in deine Pfostierungs-Geschichte

      Tschieß Börger Schicken Naggers Wörtschester Soße

      Das meintest du vermutlich, oder? :DD Habe es jedenfalls bisschen angepasst. ist es jetzt mehr nach deinem Geschmack?

      • juergen@feddit.orgOP
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        1 day ago

        ich danke dir btw für das tolle Rückfutter! Sehr ermutigend für meine Mission, Liebe zu verbreiten.

  • Feddinat0r@feddit.org
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    1 day ago

    Mal kurz gefragt:

    Gibt es irgendwas bei dem Buch, bzw. Bei dem Konzept wo bei dir der groschen gefallen ist?

    Ich sehe meine Schwächen als makel an. Bei anderen leuten bin ich da sehr sehr nachsichtiger, bzw. Verständnisvoller.

    • juergen@feddit.orgOP
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      1 day ago

      Ja, nämlich dass es absolut ineffizient ist. Da gibt es im Buch einige Beispiele dafür.

      tldr: Auf Schwächen zu fokussieren ist halt nicht motivierend. Sich auf die Schwächen zu konzentrieren ist bisschen realitätsverweigerung weil man sich sehr emotional reinsteigert und sich wünscht dass es anders wäre. Es ist viel motivierender das positive zu sehen und die Schwächen liebevoll zu akzeptieren und stückchenweise abzuarbeiten.

      Verantwortung übernehmen heißt an den Schwächen zu arbeiten. Krass formuliert: Sich in Selbstmitleid & Selbsthass zu suhlen macht die schwächen nicht weg, es verfestigt sie.

      Und eventuell sind die Schwächen gar nicht mehr so schlimm, wenn man einen Perspektivwechsel hinbekommt. Allein schon, weil es z.B. strukturelle Gründe geben kann, weil viele Menschen ähnliche Schwächen haben, weil man nicht alleine damit ist.

      Aber die Gesellschaft redet dir ein, dass du nur hart genug arbeiten musst, dass du individuell verantwortlich bist für deine Schwächen.

  • juergen@feddit.orgOP
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    1 day ago

    Die Emojis funktionieren gerade irgendwie nicht, deshalb ist <3 der Platzhalter.