Naja, diese Eingesperrtheit. Der Zwang. Nicht für die Monate etwas anderes machen zu können, was man wirklich möchte.
Man kommt aus der Schule, will das Leben starten, aber quasi endet (gefühlt) es da.
Ich war in einem Krankenhaus, was insgesamt belastend und eklig war.
Zusätzlich (daran ist nicht direkt der Zivi Schuld):
Die meisten meiner Freunde haben gekifft, sind deshalb ausgemustert worden. Ich habe zu dem Zeitpunkt einen Teil meines sozialen Umfelds verloren.
Und Eltern usw. waren keine Hilfe, da kamen bloß Sprüche wie: “Ja, was soll ich denn sagen, ich musste ja zur NVA, das war hart!” (Ja und mein Opa musste zur Wehrmacht. Das kann ja nicht die Maßgabe sein!).
Das ist bald 20 Jahre her. Ich wache manchmal noch mit Alpträumen nachts auf. Ich fühle mich seitdem gebrochen. Ich habe auch seitdem einen Hass auf quasi alles Staatliche, dass man junge Menschen (Männer*) so (grundlos) bricht. Und ja: Habe versucht das therapeutisch anzugehen, bisher ohne Erfolg.
Hi, ich hoffe ich trete dir nicht zu Nahe, aber es klingt für mich als hättest du damals Hilfe gebraucht, die du nicht bekommen hast.
Von daher möcht ich einfach sagen, auch für diejenigen, denen noch ein Wehr/ersatzdienst bevorsteht: Holt euch Hilfe, wenn ihr fühlt dass es euch zerbricht. Niemand muss so etwas alleine durchstehen!
Wir kennen uns nicht, aber ich würde dir sagen: versuche weiterhin es mit Hilfe aufzuarbeiten, du hast es verdient, dass es dir besser geht!
Ich kenne die Situation von damals nicht, hatte aber selbst eine ähnliche Zivildienststelle. Krankenhaus, Onkologiestation. Da gab es natürlich auch viel Leid, und Tod. Aber auch viel Herzlichkeit.
An der Stelle will ich vlt eine Lanze für den Zivildienst brechen, weil ich persönlich ihn als enorme Bereicherung empfunden habe und auch andere kennen , denen es auch so ging.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will damit deine Erfahrungen nicht kleinreden, nur aufzeigen, dass es auch eine helle Seite hat.
Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es auch dir damit einmal besser gehen wird als heute!
Ja, kann mir so nen Brett wie OPs kaum vorstellen. Im Zivi bin ich Essen für den Paritätischen ausgefahren. Das heißt, den halben Tag mitm kleinen Flitzer übers Land ballern (wörtlich, denn Tempolimits passten nicht in das Arbeitspensum), Musik hören und alten Leuten Essen nach Hause bringen. Teilweise bei denen bleiben und beim Essen helfen.
Nachmittags dann mit alten Leuten einkaufen gehen oder spazieren.
Dann noch ein bisschen Autos, Hof und “Küche” fegen/putzen und zack Feierabend.
Moin. Ich versuch mal zusammenfassen zu antworten:
In der Schule war die Fremdbestimmung anders. Insgesamt fiel mir die auch deutlich leichter
Ja, ich weiß auch von anderen, die mir erzählt haben, dass ihr Zivi für sie eine gute Erfahrung war (bei mir war es aber eben nicht so). Und so wird es das wohl jetzt (wieder) weitergehen.
Tut mir leid, wenn ich Dir damit zu nahe trete, aber irgendwie kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Direkt aus der Schule in den Zivildienst heißt, dass Du direkt davor mindestens 12 Jahre Schule hattest, also genug Zeit, Dich an eine fremdbestimmte Lebensweise zu gewöhnen, denn Schule ist letztendlich auch nicht sehr selbstbestimmt. (Obwohl gerade die Oberstufe damals noch wesentlich selbstbestimmter war, als heute)
Krankenhaus kann natürlich belastend sein, aber das sehe ich davon unabhängig.
Erzähl doch mal, wenn du willst.
Naja, diese Eingesperrtheit. Der Zwang. Nicht für die Monate etwas anderes machen zu können, was man wirklich möchte. Man kommt aus der Schule, will das Leben starten, aber quasi endet (gefühlt) es da.
Ich war in einem Krankenhaus, was insgesamt belastend und eklig war.
Zusätzlich (daran ist nicht direkt der Zivi Schuld): Die meisten meiner Freunde haben gekifft, sind deshalb ausgemustert worden. Ich habe zu dem Zeitpunkt einen Teil meines sozialen Umfelds verloren. Und Eltern usw. waren keine Hilfe, da kamen bloß Sprüche wie: “Ja, was soll ich denn sagen, ich musste ja zur NVA, das war hart!” (Ja und mein Opa musste zur Wehrmacht. Das kann ja nicht die Maßgabe sein!).
Das ist bald 20 Jahre her. Ich wache manchmal noch mit Alpträumen nachts auf. Ich fühle mich seitdem gebrochen. Ich habe auch seitdem einen Hass auf quasi alles Staatliche, dass man junge Menschen (Männer*) so (grundlos) bricht. Und ja: Habe versucht das therapeutisch anzugehen, bisher ohne Erfolg.
Hi, ich hoffe ich trete dir nicht zu Nahe, aber es klingt für mich als hättest du damals Hilfe gebraucht, die du nicht bekommen hast.
Von daher möcht ich einfach sagen, auch für diejenigen, denen noch ein Wehr/ersatzdienst bevorsteht: Holt euch Hilfe, wenn ihr fühlt dass es euch zerbricht. Niemand muss so etwas alleine durchstehen!
Wir kennen uns nicht, aber ich würde dir sagen: versuche weiterhin es mit Hilfe aufzuarbeiten, du hast es verdient, dass es dir besser geht!
Ich kenne die Situation von damals nicht, hatte aber selbst eine ähnliche Zivildienststelle. Krankenhaus, Onkologiestation. Da gab es natürlich auch viel Leid, und Tod. Aber auch viel Herzlichkeit.
An der Stelle will ich vlt eine Lanze für den Zivildienst brechen, weil ich persönlich ihn als enorme Bereicherung empfunden habe und auch andere kennen , denen es auch so ging.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will damit deine Erfahrungen nicht kleinreden, nur aufzeigen, dass es auch eine helle Seite hat.
Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es auch dir damit einmal besser gehen wird als heute!
Ja, kann mir so nen Brett wie OPs kaum vorstellen. Im Zivi bin ich Essen für den Paritätischen ausgefahren. Das heißt, den halben Tag mitm kleinen Flitzer übers Land ballern (wörtlich, denn Tempolimits passten nicht in das Arbeitspensum), Musik hören und alten Leuten Essen nach Hause bringen. Teilweise bei denen bleiben und beim Essen helfen. Nachmittags dann mit alten Leuten einkaufen gehen oder spazieren. Dann noch ein bisschen Autos, Hof und “Küche” fegen/putzen und zack Feierabend.
Moin. Ich versuch mal zusammenfassen zu antworten:
Danke für die netten Wünsche.
Tut mir leid, wenn ich Dir damit zu nahe trete, aber irgendwie kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Direkt aus der Schule in den Zivildienst heißt, dass Du direkt davor mindestens 12 Jahre Schule hattest, also genug Zeit, Dich an eine fremdbestimmte Lebensweise zu gewöhnen, denn Schule ist letztendlich auch nicht sehr selbstbestimmt. (Obwohl gerade die Oberstufe damals noch wesentlich selbstbestimmter war, als heute)
Krankenhaus kann natürlich belastend sein, aber das sehe ich davon unabhängig.
das hört sich hart an. ich wünsche dir viel kraft!
Danke dir!