Handelt es sich um einen echten Wald oder eine verkrüppelte Monokultur zum Zwecke der Gewinnerwirtschaftung?
Bei uns läuft gerade ein Bürgerbegehren, gegen mehrere Windräder, die in einem Wald bei uns gebaut werden sollen. Klar, finde ich in das auch erstmal suboptimal. Aber wenn dann Argumente wie “letzter ökologische intakter Rückzugsort” und “unser Wald ist kein Renditeobjekt” vorgebracht werden, komme ich nicht drumherum mich zu fragen, ob diese Leute ihre eigenen Argumente glauben.
Ich weiß von jeder Person, die mich bisher angesprochen hat, dass sie dort selbst Grundstücke hat, auf denen die Fichten für Brennholz Spalier stehen. Einer hat mir vorgeschwärmt, wie gut sich der lokale Förster um den öffentlichen Wald kümmert, der da abgeholzt werden soll und wie gut die Eichen wachsen, seitdem die uralten Bäume gefällt wurden. Diese Leute sind nicht fähig den Wald als etwas anderes als ein Renditeobjekt zu betrachten.
Naja, der Wolf ist ja auch seit geraumer Zeit der tierische Erzfeind Nummer eins, weil er den Kapital- und Egointeressen von Jägern und Viehhaltern zuwiderläuft.
Es ist anscheinend nicht mehr möglich, dass Natur ohne den Zweck der Ausbeutung existieren darf.
Deshalb immer Wärmepumpe statt Pelletofen, je höher die Nachfrage nach Holz ist, desto höher sein Preis und desto höher der Anreiz, Mist zu bauen und zu investieren, um “unwirtliche” Gebiete zu erschließen, die bisher noch Urwald oder urwaldähnlich sind oder der Anreiz, das Risiko für Sanktionen für Rodung geschützter Gebiete in Kauf zu nehmen. In D ist der Zug mit Urwald leider weitestgehend abgefahren, find es aber interessant, dass der einzige, den ich mal betreten hab (beim Edersee) wohl nur deshalb noch nicht vor langer Zeit mal gerodet wurde, weil das Gebiet sehr steil ist und die Sache sich dadurch für niemanden gerechnet hat.
P.S.: Wer auf knorzige alte Eichen und Buchen steht, dem/der kann ich herzlich den “Urwaldsteig” empfehlen. Natürlich mit dem Aufruf, schön mit den Öffis anzureisen und auf den Wegen zu bleiben.
Akshually gibt es in Deutschland keinen Urwald mehr. Das ist höchstens naturbelassener Sekundärwald. D.h. nachdem der Mensch da mal eingegriffen hat, hat man den Wald danach nicht mehr angefasst.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Kellerwald-Edersee
Hm also hier wird schon von einigen “Urwaldresten” gesprochen, das scheinen aber recht kleine Gebiete zu sein
Ich hoffe doch um einen Forst, der nach FSC-Kriterien bewirtschaftet wird. Glaube Carlowitz hat damals eher den Kahlschlag als Problem gesehen, mit dem heutigen Wissensstand wäre es aber bestimmt auch die Monokultur gewesen oder die Missachtung des heimischen Ökosystems mit allen seinen kurzfristig unwirtschaftlichen Facetten. Was FSC-Forste angeht, gibts da glaube ich solche und solche

Daß es eine continuirliche, beständige und nachhaltende Nutzung gebe, weil es eine unentbehrliche Sache ist, ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.
May the forest be with you!
Ist das JS Bach?
Haha jetzt wo dus sagst :) Ne das ist Hans Carl von Carlowitz, ein Typ, der Ende des 17. Jahrhunderts eigentlich aus dem Bergbau kam. Da man für Minenbau und bei der Verhüttung ernorme Mengen Holzkohle gebraucht hat, hat beim ihm die damalige Auswirtschaftung der Wälder wohl Stirnrunzeln ausgelöst. In einem später oft zitierten Werk über Forstwirtschaft hat er, soweit bekannt ist, zum ersten mal überhaupt das Wort Nachhaltigkeit in die Welt gesetzt.

Zum Vergleich das ist Bach knapp 100 Jahre später… Schaut aber auch irgendwie leicht enttäuscht, als hätte jemand schief gesungen… Vielleicht etwas wohlwollender als carlowitz, als bestünde noch Hoffnung und nächstes mal könnte der ton mit viel Fleiß ggf. besser sitzen





