Von meiner Therapeut*in habe ich vor ca einem Jahr mal das Konzept “Selbstmitgefühl” kennengelernt und finde es sehr toll.
Möchte das hiermit weiterempfehlen.
Was ist Selbstmitgefühl?
Unsere Gesellschaft ist darauf aufgebaut, dass wir uns vergleichen. Wir wissen, dass das Vergleichen giftig ist, aber es abzulegen fällt schwer. Ich habe das Gefühl, das ist auch deshalb so schwer, weil uns eine Technik fehlt, die bei der Selbstakzeptanz unterstützt.
Diese Technik ist das Selbstmitgefühl. Man stelle sich vor, einer anderen, lieben Person geht es schlecht. Wir würden vermutlich sehr liebevoll uns um die Person kümmern und durch diese Krise hindurch unterstützen.
Wenn wir aber selbst diese Person sind, die das Mitgefühl benötigt, dann geben wir uns selbst dieses Mitgefühl nicht.
Buchempfehlung
Das Buch das meine Therapeutin mir damals empfohlen hat, das ich größtenteils auch toll finde:
https://www.buch7.de/produkt/selbstmitgefuehl-kristin-neff/1019726186?ean=9783424630558
Bei Annas Archiv: https://annas-archive.gl/search?q=Selbstmitgefühl


Wichtiges Konzept, Umsetzung mitunter schwierig. Bin da mit meiner Therapeutin auch durch diese leichte unangenehm bis seltsame “sei jetzt Mal nett zu deinem inneren Kind” Geschichte durch :D
Was aber auch ein wichtiger Faktor ist, ist das Grübeln an sich. Wir denken zu viel in Kreisen und das ist nicht nur Verschwendung von Energie, sondern macht uns auch tendenziell unglücklich. Die Vorträge von Eckhart Tolle zu diesem Thema fand ich sowohl interessant als auch hilfreich.
Grübeln ist bei mir auch ein Thema und ich krieg’s einfach nicht abgestellt, egal was ich versuche. Hast du Empfehlungen für einen bestimmten der Eckhart Tolle Vorträge? Es gibt so viele und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
Er hatte einige zum Thema “We are addicted to thinking”. Zum Beispiel dieser hier.
Neulich hatte ich auch “Awareness alleviates suffering” angehört. Das gibt’s afaik mindestens auf YouTube und Spotify.
Ergänzende dazu hatte mir meine Therapeutin die Tresor Übung empfohlen: im ersten Schritt überlegt man sich einen sicheren Ort und stellt sich diesen bildlich vor. An diesem Ort stellst du dir dann einen Tresorraum vor. Wir genau das aussieht ist dir frei überlassen.
Wenn du nun merkst, dass dich ein Thema nicht mehr loslässt, dann stellst du dir vor, wie du an diesen sicheren Ort und in den Tresor gehst. Dort schließt du nun diese Sache ein indem du etwas sinnbildliches dafür in den Tresor packst und diesen dann ordentlich wieder verschließt.
Wichtig ist dabei aber auch, dass du dann konsequent mit dir bist. Wenn du dich dann wieder beim Gedanken an das Thema ertappst kommt die mentale Sprühflasche zum Einsatz: “das Thema ist weggesperrt und du hast jetzt keinen Zugriff darauf” und dann bewusst nichts oder an etwas anderes denken.
Auch die 5-4-3-2-1 Übung, die ja vor allem beim Erden während einer Panikattacke helfen kann, kannst du nutzen um so eine Gedankenschleife bewusst zu unterbrechen: welche 5 Dinge hörst du gerade? Welche 4 Dinge siehst du? Welche 3 Dinge kennst du ertasten? Welche 2 Dinge riechst du? Was schmeckst du?
Das alles fällt mir draußen leichter. Da gibt’s mehr Eindrücke und daher mehr Anker für die Achtsamkeit.
Danke, auch für die Tresor Übung. Das Lenken der Aufmerksamkeit mit der 5-4-3-2-1 Übung hat bei mir leider nie wirklich funktioniert.
Ist auch viel Übung. Haben in der Therapie teils so Audioaufnahmen mit vielen gleichzeitigen Geräuschquellen (Kirchturm, Fahrzeuge, Wasser plätschert, Gespräche, usw) angehört um auch die Konzentration ein bisschen zu trainieren.
Woran scheiterst du denn? Kannst du dich nicht lange genug konzentrieren oder sind die Gedanken einfach so stark, dass die Eindrücke nicht dagegen ankommen?
Ich habe anfangs auch viele Gedanken, die ich so hatte, einfach Mal aufgeschrieben. Das hat zumindest bei manchen Sachen geholfen, dass der Kopf dann Ruhe gibt.