War gestern bei Nikita Miller mit einem Kumpel und das war eine derbe Enttäuschung. Ich kannte diverse clips aus dem Internet und da sah der ganz gut aus, aber das täuscht. Der bringt Witze, die mittlerweile eigentlich jeder Depp mindestens 5 mal gehört hat, 50% der Show bestanden aus Explodierer Witzen auf dem Niveau “Höhöhö, Frauen”. Außerdem muss ich mir nicht von irgendwelchen cis-Typen erklären lassen, dass ich als Transfrau eine Frau zweiter Klasse bin. Der hat halt wirklich zwischendurch einfach nur transphobes Zeug gelabert, wo die Pointe daraus besteht, dass es transohob ist und “man das ja nicht sagen darf”.
Es gab ein paar witzige Momente, der Großteil war aber einfach nur unangenehm. 2/5 Sterne. Werde ich nie wieder hin gehen.


Ich war letztes wieder mal in einer Bar in der ich früher oft war. Also das letzte mal vor etwa 20 Jahren. Es sassen da noch etwa die selben typen rum, und es war recht unangenehm. Ich sass dann plötzlich mit zwei relativ betrunkenen männern am tisch, die sich gegenseitig immer wieder gesagt haben das sie heute nicht mehr laut sagen können was sie denken und haben sich gegenseitig auf die schulter geklopft.
Irgendwann habe ich dann gefragt was sie denn sagen wollen das sie nicht mehr dürfen. Sie gaben dann ziemlich lange rumgedruckst und meinten immer wieder das sie das halt nicht mehr sagen können. Irgendwann fragte ich dann ob sie einfach rassistisch sein wollen. Und das sie immer noch rassistisch sein können, sie haben einfach angst vor den Konsequenzen. Leute sind echt seltsam
Ist das nicht letztlich die Definition von “Dürfen”: Ich darf alles, wenn ich bereit bin, die Folgen zu tragen. Regeln sind nur so viel wert wie das “sonst” wenn ich sie breche.
Allerdings ist natürlich die Angst for externer Strafe alleine kein nachhaltiger Mechanismus um Verhalten zu steuern, solange keine interne Moralvorstellung mich auch dann abhält, wenn keine externe Strafe droht. Wenn ich in der Bahn laut furze, passiert mir vermutlich nichts; mach ich aber (möglichst) trotzdem nicht, weil ich mich sonst schlecht fühle. Da ist dann mein schlechtes Gewissen die Strafe.
Und das ist doch eigentlich der Unterschied zwischen “darf man nicht” und “macht man nicht”: Sie “dürfen” das nicht, weil ihnen die potenziellen Konsequenzen unangenehm wären, auch wenn sie es für richtig hielten. Ich mach es (möglichst) nicht, weil ich es falsch fände, auch wenn ich keine Konsequenzen fürchten müsste.